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Georg Adam Nenzel (1775–1832)
Lohgerbermeister

Im Gegensatz zu der Angabe auf dem Grabstein, wonach Georg Adam am 16. April 1775 geboren sei, bezeugt das Taufbuch der Stadtpfarrei die Geburt bereits zum 27. Januar 1774.

Wie dem auch sei, sicher ist, dass Georg Adam der Sohn des Lohgerbermeisters Nikolaus Nenzel und seiner Ehefrau Elisabeth Barbara geb. Knips war, die im Jahre 1767 geheiratet hatten. Das Paar hatte neben Georg Adam noch neun Kinder: Johann Adam (*1771), Katharina Margaretha (*1776), Wilhelm Ignaz (*1778), Eva Elisabeth (*1780), Maria Katharina (*1782), Johann Adam Joseph (*1785), Konrad (*1787), Johann Michael (1792–1793 und *1794).

Wie viele Fuldaer Handwerkersöhne erlernte auch Georg Adam das Handwerk seines Vaters. Dahinter stand keinesfalls die Bequemlichkeit, sondern der Umstand, dass die Handwerkerschaft in Zünften organisiert war, die wegen der hoffnungslosen Überbesetzung vieler Handwerksberufe eifersüchtig darüber wachten, dass möglichst keine Fremden in die Zunft aufgenommen wurden. So war es oft schwer in andere Berufe hineinzukommen und wenn dies doch gelang, musste ein sehr hohes Einstandsgeld bezahlt werden. Georg Adams Vater meldete ihn zusammen mit seinem Bruder Johann Adam im Jahre 1789 bei der Zunft zur Lehre an. Nach Erlangung des Meistertitels erhielt er um das Jahr 1800 das Bürgerrecht. 1799 heiratete Georg Adam die Fuldaer Bürgerstochter Margarethe geb. Schultheiß, die Tochter des Konrad und der Agnes Schultheiß geb. Kircher. Die Familie, der sieben Kinder geboren wurden, wohnte in der Mittelstraße 6. Georg Adams Witwe Margaretha, die den Grabstein errichten ließ, starb 1846. Auf der Rückseite des Denkmals findet sich der Hinweis, dass dies die erste Bestattung auf dem erweiterten alten Friedhof war.

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